Fachbeitrag von Ingrid Otepka, erschienen im Sammelband „Ziel Gesundheit“ (v&r unipress, Hrsg. Magdalena Rozenberg, 2026)
Achtsamkeit und Resilienz: Lehrpersonen und Schüler:innen im schulischen Kontext stärken
Der interdisziplinär verortete Beitrag untersucht die Wechselwirkungen von Achtsamkeit und Resilienz im schulischen Kontext. Er zeigt auf, wie Lehrpersonen durch eine achtsame Haltung („be mindful“), achtsames Unterrichten („teach mindfully“) und geeignete Interventionen („teach mindfulness“) sowohl ihre eigene Gesundheit als auch die Lern- und Lebensqualität ihrer Schüler:innen fördern können – unabhängig vom Fachgebiet.
Zentrale Ansätze & Erkenntnisse aus dem Beitrag:
- Achtsamkeit als Grundlage für Unterrichtsqualität:
Achtsame Lehrpersonen stärken Beziehungen, fördern Konzentration und emotionale Stabilität bei Schüler:innen.
- Resilienzförderung im Unterricht:
Ziel ist es, Lernende zu befähigen, sich mit unterschiedlichen Werten auseinanderzusetzen und eigene Haltungen zu entwickeln – nicht, eine „richtige“ Meinung zu übernehmen.
- Traumasensible Aspekte:
Bei Schüler:innen mit besonderen Belastungen, z. B. Fluchterfahrungen, können klassische Achtsamkeitsübungen Retraumatisierungen auslösen; alternative Ansätze wie das Community Resiliency Model (CRM)® bieten sichere, praxisnahe Methoden.
- Praxisrelevanz:
Durch Schulungen, reflektierte Rollenwahrnehmung und strukturierte Methoden können Lehrpersonen eine ausgewogene Balance zwischen Empathie und professioneller Distanz herstellen.
Für die Praxis bedeutet das:
- Achtsamkeit und Resilienz lassen sich gezielt in den Unterricht integrieren, um Stress zu reduzieren und Lernprozesse zu verbessern.
- Spezifische, sichere Interventionen wie CRM® unterstützen Lernende mit besonderen Belastungen.
- Lehrpersonen entwickeln durch reflektierte, achtsame Praxis ihre eigene Belastbarkeit und können Schüler:innen effektiver begleiten.
Die Autorin plädiert in diesem Beitrag für eine Unterrichtshaltung, die Achtsamkeit und Resilienz nicht nur als persönliche Ressourcen versteht, sondern aktiv in den Schulalltag integriert – zum Wohl von Lehrpersonen und Lernenden gleichermaßen.