Aktuelles

Präsentation

Traumasensitive Achtsamkeit in Integrationskursen

im Rahmen der Winter School
organisiert von den Emerging Researchers der ÖFEB

8. November 2021 an der Universität Wien
Ingrid Otepka

Als Deutschlehrer*innen in der Erwachsenenbildung arbeiten wir zunehmend mit Menschen, die Kriegs‐, Folter‐ bzw. Fluchterfahrung mitbringen, wodurch langfristige Traumafolgen entstehen. Dies betrifft mindestens 30% aller Geflüchteten in Österreich.

In dieser Präsentation, die im Rahmen der Winter School der Emerging Researchers der ÖFEB, Öster­rei­chi­sche Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen gezeigt wurde, gehen wir unter anderem folgender Frage nach:

Wie können wir als Lehrende mit Extremerfahrungen von Teilnehmenden, sofern diese im Unterricht an die Oberfläche treten, einen angemessenen Umgang finden und gleichermaßen den Anforderungen an einen Deutsch­un­ter­richt gerecht werden?

Selbstaendigkeit

Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Enttabuisierung von Trauma im Unterricht in Kombination mit durch­dach­ter, auch präventiv eingesetzter Methodik die Entwicklung des Spracherwerbs fördert.

Ein achtsamer Umgang mit Trauma im Rahmen von Deutschkursen kann sich nur als Ergänzung zur fach­me­di­zi­ni­schen oder (traumafokussierten) psychotherapeutischen Behandlung verstehen. Es ist kei­nes­falls ein Ersatz dafür. Wir grenzen unsere Arbeit von therapeutischen Interventionen klar ab.

Inhaltlicher Beitrag

Gesund lernen

Warum wir es sinnvoll finden, das Trauma‐Thema in die Lehrer*innenbildung einfließen zu lassen
2020 * 2021 in Wien
Angelika Radax * Ingrid Otepka

In diesem Beitrag geben wir einen Überblick über Trauma aus wissenschaftlicher Perspektive und zeigen, wie dieses Wissen in unseren Arbeitsalltag in der Arbeit mit Geflüchteten im Rahmen von Deutsch­kursen integriert werden kann. Anhand von Beispielen aus der eigenen Unterrichtspraxis verdeutlichen wir, wie Folgen von Trauma auf unterschiedlichste Art und Weise im Unterricht sichtbar und spürbar werden können und wie wir als Pädagog*innen zu einem lösungsorientierten Handeln kommen.

Baumtext

„Dass der Deutsch‐Unterricht eigentlich dafür prädestiniert ist, das Trauma–Thema ein­zu­be­zie­hen, besonders die Sprachlosigkeit, die sich aus einem Trauma u.U. ergibt zu be­rück­sich­ti­gen, zu lockern, anzusprechen (was auch immer), ist mir sehr deutlich ge­wor­den. Und von der anderen Seite betrachtet, ich glaube, dass Pädagogen mit ihrem Un­ter­richt für Flüchtlinge einfach scheitern, wenn sie keine Ahnung vom Umgang mit Trau­ma haben.“

─ Anke Gerber, Philosophin & Pantomimin

Inhaltlicher Beitrag

Wertfreie Wertevermittlung im Deutschunterricht

© 2018 V&R unipress GmbH, Göttingen
veröffentlicht in ÖDaF‐Mitteilungen 1/2018, Jg.34, 95-102

Angelika Radax * Ingrid Otepka

In diesem Beitrag gehen wir der Frage nach, unter welchen Voraussetzungen Wertevermittlung im Rahmen von Integrationskursen in Österreich gelingen kann. Die Basis bilden aktuelle wis­sen­schaft­li­che Erkenntnisse aus der Psychologie und Psychotherapie. Was wir mit der so­ge­nann­ten wertfreien Wertevermittlung meinen, und wie diese in der Unterrichtspraxis konkret umgesetzt werden kann, findet sich in diesem Beitrag.
Wir freuen uns über einen inhaltlichen Austausch zu diesem Thema.

Selbstaendigkeit